PFERDE
Da in der Extremadura vielerorts die Pferde noch zur Arbeit mit dem Vieh benötigt werden, bevorzugt man mittelgroße, wendige und schnelle Pferde. Da das reinrassige spanische Pferd (PRE) diesen Anforderungen besonders in Bezug auf Schnelligkeit nicht nachkommen kann, setzt man in der Zucht der Arbeitspferde seit langer Zeit Englisches Vollblut, Araber und Quater Horses ein, um so ein schnelleres Pferd mit weniger Knieaktion als dem Reinrassigen zu bekommen. Inzwischen gibt es für die Kreuzungen mit Arabern (Hispano-Araber) bzw. Anglo-Arabern (Hispano-Anglo-Araber) eigene Stutbücher. Die Preise für solche "reinrassigen Kreuzungen" stehen denen reinrassiger Pferde in nichts nach. Die Reitweise auf dem Land ist die seit Generationen gepflegte Doma Vaquera. Da die Pferde zum hüten, treiben und aussortieren des wilden, bzw. halbwilden Viehs eingesetzt werden, sind absoluter Gehorsam, Wendigkeit und Schnelligkeit oberstes Gebot. Die Methoden, mit denen die Pferde dahin gebracht werden, sind teilweise nicht ganz fein, jedoch sollte im Hinterkopf behalten werden, wofür die Pferde später gebraucht werden. Wer einmal von einem wilden Stier attackiert wurde, und das Glück hatte auf einem gut ausgebildetem Pferd gesessen zu haben, weiß, worum es geht. Dies ist auf keinen Fall eine Befürwortung rüder Methoden , jedoch sollte man eine Sache immer von zwei Seiten aus betrachten..... Außerdem sind die Pferdebesitzer hier nicht anders als sonstwo auf der Welt. Die wenigsten wollen einige Jahre ( die nötig sind ) in die Ausbildung ihrer Pferde investieren.

Auch wir auf der Finca La Herradura bevorzugen diesen Typ Pferd. Er hat sich als robust, zäh und ausdauernd selbst auf langen und harten Touren bewährt. Außerdem sind sie sehr trittsicher, selbst in schwierigstem Gelände. Charakterlich sind diese Pferde bei vernünftiger Behandlung sehr menschenbezogen und umgänglich.

Bei uns befinden sich ständig um die 30 Pferde. Von diesen sind 23 unsere Eigenen, teilweise selbst gezogen, die das ganze Jahr über als Herde im Offenstall leben. Der Rest setzt sich aus Einstellern zusammen, und Jungpferden, die zu uns gebracht werden,um sie einzureiten.

Unsere Methode des Einreitens könnte als "Englisch" bezeichnet werden, jedoch wird das junge Pferd relativ lange ( mindestens 3 Monate ) auf 4 Zügeln geritten. Auf vier Zügeln, um das Maul weitestgehend zu schonen. Die Trensenzügel werden mit sehr wenig Kontakt, die Kappzaumzügel in der ersten Zeit fast ausschließlich benutzt. In dem Maße, wie das Pferd sein Gleichgewicht findet und an den Zügel herantritt, wird mehr der Trensenzügel eingesetzt. Auf diese Art bekommt man ein auf feine Hilfen reagierendes Pferd, dem nicht unnötig im Maul herumgezogen werden muß.

REITWEISE
Da wir mit unseren Pferden teilweise sehr lange und in schwierigem Gelände unterwegs sind, benutzten wir nur Zubehör erster Qualität. Der von uns bevorzugte Sattel ist der Portuguesa Mixta. Ein Sattel mit großer Auflagefläche aus bestem Leder gefertigt. Er hat vorne und hinten Aufbauten, die dem Reiter sehr guten Halt bieten.

Das Kopfstück ist das traditionelle Vaquero-Zaumzeug. Sehr stabil, ohne unnötige Riemen und Verschnallungen und mit dem im Sommer wichtigen Mosquero ( Fransen über der Stirn gegen die Fliegen ).Im Gegensatz zu der normal verwendeten Kandare reiten wir auf maulschonenden Hackemore. Unserer Meinung nach die beste Zäumung für Wander- und Tourenritte.

Die Reitweise kann als Vaquero-Reitweise in abgeschwächter Form beschrieben werden. Die Zügel werden einhändig geführt, die Pferde reagieren auf Anlegen des äußeren Zügels bei gleichzeitigem Anlegen des äußeren Schenkels.Man kann aber auch mit "normaler" Zügelführung die Pferde einwandfrei lenken und regulieren.

Im Schritt wird mit sehr leichtem Zügelkontakt geritten, um das Untersetzen der Hinterhand nicht zu stören. Beim Leichttraben nimmt man die Zügel leicht auf und zum Angaloppieren genügt ein leichter Impuls mit dem Schenkel. Galoppiert wird im ruhigen Tempo bei aufgenommenen Zügeln.
 






 
Finca La Herradura - Paraje Vaciatrojes - 06518 La Codosera - Badajoz (España) - Tel: (+34) 649 928603